Interview mit Katharina Franke von LaLeSchu

 

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? / Stichwort Zukunft Bildungslandschaft Werra Meißner, wo verankert sich die geplante Freie Schule ?

K F / Der Verein Laleschu e.V. hat sich gegründet um Verantwortung für die Entwicklung unserer Region zu übernehmen. Wir wollen einen sinnvollen Beitrag leisten und den Nachwuchs, unsere Zukunft, fördern, sowie zur Völkerverständigung, Abbau von Vorurteilen, Austausch der Generationen und Vernetzung von Interessen beitragen. Diese Ziele wollen wir unter anderem durch das Projekt “Freie Schule Werratal” verwirklichen. Unsere Ziele sind im Einzelnen:

  • Die Angebote haben das generationsübergreifende Lernen und Leben im Fokus, das Miteinander und das gegenseitige sich Unterstützen und Voneinanderlernen;
  • Erweiterung der Bildungslandschaft in Witzenhausen um eine Freie Alternativschule im Grundschulbereich mit Schulkindbetreuung
  • Lebenswelt der Kinder in der Schule mit der ländlichen Wohnwelt verknüpfen
  • Bindung von Familien an die ländlichen Räume, Entgegenwirkung zur Landflucht und dem Demographischen Wandel
  • Schaffung von Arbeitsplätzen
  • Schaffung eines zentralen und belebten Begegnungsort zum Austausch der Kulturen und Generationen

? / Ist es nicht eher eine Gefahr für die vielen kleinen Schulen, die es hier noch gibt, zu schließen, wenn eine weitere Schule eröffnet wird?

K F / Wir, der Verein, sind der Meinung, dass Wachstum und Entwicklung im ländlichen Raum nur durch vielfältige Angebote gelingen kann und so sehen wir auch das Projekt “Freie Schule Werratal” als zusätzliches Angebot, welches die Bildungslandschaft in der Region erweitert und zusätzlich bereichert.

? / Inwiefern wird die Freie Schule die Bildungslandschaft vor Ort bereichern?

K F / Das Konzept der Freien Schule Werratal bietet einen alternativen pädagogischen Ansatz, der Kindern hilft, sich während des Lernens angstfrei und in eigenem Tempo entwicklen zu können, da wir auf die klassische Bewertung durch Noten, sowie die Selektion in Schulformen verzichten. Die Erfahrungsberichte von anderen Freien Schulen zeigen, dass diese Form von Schulkonzept auf enorme Nachfrage stößt, besonders in Zeiten von Inklusion. Es gibt bereits für unser Projekt Anfragen aus ganz Deutschland bezüglich Immobilien vor Ort mit der Bitte um Vermerk auf der Interessenliste des Gründungsprojekts. Diese Entwicklungen bestätigen uns in der Annahme, dass ein zusätzliches alternatives Bildungsangebot nachhaltig die Region bereichert durch Zuwanderung, anstatt durch Schließung von staatlichen Schulen schwächt.

? / Wie inklusiv will die Freie Schule arbeiten?

K F / Da das pädagogische Konzept auf jahrgangsübergreifendes Lernen basiert und sich nicht an einem zeitlich festgelegten Lehrplan orientiert, ermöglicht diese Schule ein inklusives Arbeiten in höchster Form. Kinder werden in ihren Entwicklungsständen berücksichtigt und können sich in altersgemischten Kleingruppen in ihrem Tempo, Inhalte selbst, oder mit Hilfe von Lernbegleitern erarbeiten. Durch die Entschleunigung in der Erarbeitung der Lehrinhalte und die fehlende Bewertung im klassischen Sinn, entsteht eine angstfreie und selbstmotivierte Haltung bei Kindern, die das Lernen unterstützt und nachhaltig fördert.

? / Wo steht Laleschu gerade im Prozess?

K F / Der Verein Laleschu e.V. befindet sich mitten in der Konzeptarbeit und ist weiterhin auf Gebäudesuche. Mithilfe der GNE haben wir professionelle Unterstützung im Projektmanagement und werden vorerst an Veranstaltungen und Projekten teilnehmen, um die Entwicklung vor Ort zu unterstützen. Bei Interesse kann man sich für unseren Newsletter anmelden unter info@laleschu.de.